Der Fünfhundertjährige Almkrieg
Um die riesigen Almflächen, die hinter dem Rittner Horn liegen, hat es einen langen Krieg zwischen den Rittnern und ihren Nachbarn aus Barbian und Villanders gegeben. Vom Gemeindegebiet her gehören die gewaltigen Flächen nämlich nicht zum Ritten, sondern zur Nachbargemeinde Villanders. Sie dienten aber seit jeher den Rittner Bauern als Weideflächen.
Weideland war im ausgehenden Mittelalter sehr wertvoll und aus diesem Grund nicht nur am Ritten immer wieder Grund für heftige Auseinandersetzungen. Doch kaum an einem anderen Ort wurde der Kampf so hartnäckig und lange ausgetragen. Die höchsten Stellen, selbst der Kaiser selbst mussten sich mit dieser Frage beschäftigen, kamen aber auch nicht zu einer Lösung.
Internationales Format nahm der Rittner Almstreit 1810 an, da wurde nämlich die Gemeindegrenze zur Staatsgrenze zwischen dem Königreich Italien und dem Königreich Bayern. Es war das Zeit der napoleonischen Besetzung Europas, dauerte aber nicht lange, und schon bald wieder waren die Streitparteien unter dem Dach der österreichisch ungarischen Monarchie wieder vereint.
Nach den napoleonischen Kriegen machte sich in ganz Europa ein Kriegmüdigkeit breit und auch in den Villanderern ist der Wunsch entstanden, Frieden mit den Rittnern zu schließen.
Am 24.6.1823 wurde der Vertrag zwischen den Gemeinden abgeschlossen, bereits drei Tage später wird er in die Tat umgesetzt. Somit gehörte der Krieg um die Weiderechte ein für allemal der Vergangenheit an, und nur mehr selten, wenn sich heute Rittner und Villanderer bei Volksfesten in die Haare geraten, wird die Fehde von damals heraufbeschworen.
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