Keschtnweg - Kastanienweg am Ritten
Der Kastanienweg ist nicht nur ein Zeichen von klimatischen Vorzügen, sondern um ihn hat sich auch eine einzigartige Kultur herausgebildet. Die Früchte sind bis ins 20. Jahrhundert herauf neben der Kartoffel eine wichtige Ernährungsgrundlage der Bauern, das Holz ist aufgrund seiner Härte ein idealer und stabiler Baustoff, das Laub diente als Streu in den Ställen.
Ähnlich wie beim Brot hat sich die Kastanie zu einer Symbolfrucht entwickelt, die bei verschiedenen Anlässen als Glücks- und Freundschaftssymbol diente.
Die Kastanie ist vielseitig einsetzbar und so reichen auch die Ansichten und Einschätzungen über die Frucht vom "Brot der Armen" über das "Brot, das auf den Bäumen wächst" bis hin zum "Dessert auf der Tafel der Reichen wie das Fleisch der Armen."
Da die Kastanie vor allem als Armenspeise galt wurden die Kastanien in der Nähe von Klöstern und kirchlichen Ansitzen gehalten, sie wurden gesammelt und zu Mehl verarbeitet, welches zur Verköstigung der Armen verwendet wurde.
Um die verschiedenen Traditionen und Einsichten nicht in Vergessenheit geraten, wurde die Idee vom Keschtnweg geboren, der von Vahrn im Eisacktal bis nach Bozen führt und als gemeindeübergreifender Themenweg die Kastanie aus verschiedenen Winkeln beleuchtet.
Der Keschtnweg über den Ritten ist ca. 30 km lang. Die Gehzeit wird mit 9-10 Stunden angegeben, und obwohl man sich mehr oder weniger immer auf einer Höhenebene bewegt, sind doch über 1.000 Höhenmeter zu bewältigen.
Die Sehenswürdigkeiten entlang des Weges sind so vielseitig wie der Ritten selbst: uralte Siedlungsstätten, vorbei an zahlreichen Kirchen aus verschiedensten Epochen, vorbei an einem römischen Friedhof, an einer Schlossruine, und vorbei an den Rittner Wahrzeichen, den Erdpyramiden.
Der Keschtnweg stellt, abgesehen von einer guten Kondition, keine besonderen Ansprüche an die Wanderer.
Der Weg kann ganzjährig begangen werden, und ist besonders in den Farbenfrohen Jahreszeiten im Frühling und im Herbst lohnend.
|