Naturpark Sarntaler Alpen
"Wer Tirol mit einem Blick will übersehen, der besteige diese Höhen," sagte um die Jahrhundertwende L. Purtscheller, ein bedeutender Alpinist. Die Rede ist vom Rittnerhorn, einer großartigen Gebirgsrampe, von der aus man den Dolomiten wunderbar nahe kommt. Am Abend, wenn die Schatten die Perspektiven verwischen, wenn Vordergrund und Raumtiefe im Dämmerlicht verschmelzen, dann zeichnen die Dolomiten unvergleichlichliche Himmelsbegrenzungen: messerscharf und filigran, wie zersägtes Metall.
Diese Gegend ist verschont geblieben von den Massen des Tourismus, und so findet man hier, im Herzen Südtirols noch einen Raum, der alle Kriterien zur Ausweisung eines Naturparkes erfüllen würde. Doch anderswo hat man sie dringender gebraucht, die Notbremse zur Erhaltung der Landschaft, um intakte Landschaften vor dem gefräßigen Tourismus oder den profitgeilen Geiern der Energiewirtschaft mit ihren sterilen Kraftwerksideen zu retten.
Vielleicht war die Entscheidung damals eine doppelt richtige, denn so hat man hier das erhalten, was durch die Ausweisung eines Naturparkes verloren gegangen wäre: eine unverfälschte Natur, die selber natürlich bleiben durfte, weil sie nicht zu einer touristischen Attraktion mutieren musste. Und so finden wir hier heute die letzten Geheimnisse der Natur und dem Laien unlösbare Rätsel. Auf diese Weise hat sich ein Raum erhalten, an dem man sich noch wundern darf.
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